Zwei neue Bücher als Schreibanlässe

Wie bereits in einem vorherigen Post erwähnt, gibt es mehr Zeit für Bücher und Schreibanlässe. Wöchentlich besuche ich also unsere sehr gut ausgestattete Schulbibliothek und suche nach Bilderbüchern, die sich für Schreibanlässe eignen.

 

Heute möchte ich zwei davon vorstellen, die wir in dieser und der kommenden Woche "bearbeiten" werden.

Sophie und ihre Eltern brauchen eine neue Couch, doch die richtige zu finden, ist gar nicht so einfach. Als sie endlich glauben, die richtige gefunden zu haben, gibt es ein Problem: Auf dieser Couch sitzt schon jemand ...

 

Ein witziges und ansprechendes Buch, denn es gibt viel selbst weiter zu spinnen: Wie heißt der blaue Kerl? Woher kommt er? Was mag er? Wieso will er nicht von der Couch gehen?

 

Man kann ihn beschreiben, so genau, dass jemand, der ihn nicht kennt, ihn auch richtig anmalen kann usw. usw.

 

Und schließlich braucht die Familie am Schluss auch einen neuen Sessel - ohje, wer kommt mit dem Sessel? Auf jeden Fall ein weibliches Wesen, aber wie sieht sie aus? Was mag sie?  Hier gibt es genügend Möglichkeiten zum Fantasieren und natürlich auch zum Malen und Schreiben.

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Das zweite Buch ist aus dem Tulipan Verlag und heißt: Das brauch ich alles noch!

Jim kann zu nutzlosen Gegenständen wunderbare Geschichten erzählen und immer wird klar: nutzlos sind die Gegenstände nicht!

 

Und wie ist es mit der Büroklammer, die Papa findet? Dem Kronkorken oder der Schraube? Wem gehörten die Gegenstände, was ist besonders an ihnen?

 

Auch dieses Bilderbuch bietet viele Erzählanlässe und natürlich auch Schreibanlässe. Unser selbst zu gestaltendes Buch ist wesentlich offener gehalten als zum Buch "Er kam mit der Couch", außerdem können die Kinder sich den Gegenstand aussuchen zu dem sie malen und schreiben.

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Schreibanlass Das brauch ich alles noch!
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Vor allem das zweite Buch kann man, meiner Meinung nach, in allen Jahrgangsstufen einsetzen - natürlich immer unter anderen Lernzielen, mit unterschiedlichen Hilfen und unter Einhaltung unterschiedlicher Regeln bzw. unter Vorgabe der Beantwortung unterschiedlicher Fragen.

 

Das Buch "Er kam mit der Couch" könnte man auch gut im Zusammenhang mit Personenbeschreibungen einsetzen - bei uns Thema im 2. Schuljahr. :-)

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Nach dem letzten Post ...

hatte ich mir eigentlich vorgenommen, wieder regelmäßiger und mit besseren Fotos hier zu schreiben.

 

Diese Woche stand aber irgendwie nur unter dem Motto "Prüfung", denn am Donnerstag hatte mein LiV sein zweites Staatsexamen und ich war doch mehr aufgeregt als erwartet, war er doch mein 6. Referendar, man meint, man sollte sich an solche Situationen gewöhnen. Ganz im Gegenteil, noch nie habe ich Alpträume von Prüfungen gehabt, dieses Mal schon. Vielleicht liegt es einfach am Alter. *uff*

 

Dazu kam die Erstellung eines neuen Stundenplanes für alle Klassen ab kommenden Montag, eine Dienstversammlung und die Vorbereitung des Vorlesetages am letzten Freitag, dabei hat mich meine Lieblingskollegin aber sehr tatkräftig unterstützt - Anni, the best!!!!

 

M. hat eine fantastische Prüfung hingelegt - ich freue mich sehr und bin stolz und dankbar, dass ich einen solch tollen zukünftigen Lehrer begleiten durfte.

Ich habe persönlich davon wieder soviel mitgenommen, dass ich immer wieder nur sagen kann: Wir alle wünschen uns gut ausgebildete Lehrer an unserer Schule, eine LiV zu betreuen ist natürlich auch Arbeit, aber man bekommt Einblicke in die neuere Literatur, didaktische Strömungen, setzt sich selbst wieder mit Kompetenzstufen und Lernzielen auseinander usw. - man kann also mit der LiV extrem wachsen. Daneben lernt man unter anderem auch wieder selbstkritisch zu sein.

 

Ich würde mich freuen, wenn wir demnächst wieder eine LiV begrüßen dürften an unserer Schule!

 

 

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Rückblick

Es war ein freudiges Wiedersehen am Montag nach den ersten Herbstferien und die Eulen hatten viel zu berichten und natürlich durfte jeder, der wollte. Die Regeln vom Erzählkreis waren noch präsent und ich war mal wieder erstaunt, wie toll die Kinder sich daran halten nach diesen wenigen Wochen.

 

 

„Und wo ist Eulalia?“ – Eulalia kam erst am Donnerstag, dafür aber mit Tagebuch und Fotos. Auch hier war die Wiedersehensfreude groß, Eulalia wurde ausgiebig gestreichelt und geherzt und die Aussicht, dass Eulalia zukünftig die Wochenenden bei den Kindern verbringt, sorgt für riesige Vorfreude.

 

Am Freitag  ist Eulalia dann auch zum ersten Mal in ihrer sockenfarbigen Reisetasche auf Wochenendtrip gegangen.

 

 

Natürlich hatte auch wieder ein Buchstaben Geburtstag und zwar das L, das F und das S. Wieder gab es gut gefüllte Geburtstagstische – die Eulen freuen sich immer, wenn ich besonders viel zu schreiben habe am Montag. Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht mehr lange schreibe, denn mittlerweile sind einige Eulen so weit, dass die Wortkärtchen – natürlich mit Hilfe, damit keine Fehler auf dem Tisch sind – von den Kindern geschrieben werden können. Dazu muss ich das Geburtstags- ritual etwas umstellen, denn auch das angeleitete Hören von Lauten sollen dann die Kinder übernehmen.

 

 

Mittlerweile sind die Kinder schon sehr schnell beim Durchlaufen unserer Stationen – das Schreiben funktioniert einfach schon wesentlich schneller, die Linien stellen keine große Herausforderung mehr dar. Auch das Hören eines Lautes und seine Stellung im Wort fallen immer leichter. Das ist super, denn so haben wir zukünftig mehr Zeit für Bilderbücher, gemeinsames Lautieren von Wunschwörtern und eigenes Schreiben (zu Bildern, zum Buchstaben der Woche, zu Sachthemen u.a.).

 

 

Ich werde mich also an den Schreibtisch setzen und einige Zusatzmaterialien herstellen, eigene passend zum Buchstaben der Woche und zu den anstehenden Sachthemen, andere von lieben Kolleginnen erdachte Materialien, die nur gedruckt, im schlimmsten Fall noch laminiert und geschnitten werden müssen.

 

 

Natürlich gibt es bei dem ein oder anderen Kind noch Baustellen: So wird plötzlich das kleine „a“ wieder nach Lust und Laune bzw. eigenem Gutdünken geschrieben, das Hören der Stellung eines Lautes klappt nicht bei jedem, die Anlauttabelle (Verbindung Graphem-Phonem) sitzt noch nicht so, wie ich es mir vorstelle, grundsätzlich muss im Bereich der Feinmotorik noch etwas gearbeitet werden o.a.

 

 

Manchmal gibt es aber auch für mich, als „alte Eule“ noch Überraschungen: Wir arbeiteten immer noch an unserem Apfelbuch. Es galt die Teile des Apfels (außen und innen) richtig zu benennen. Dazu haben wir das Tafelmaterial von Arnie genutzt und anschließend sollten die Kinder zwei Arbeitsblätter bearbeiten. Auf den Arbeitsblättern habe ich die Pfeile auf zwei Seiten angebracht, das ist übersichtlicher und auch leichter zu beschriften (dachte ich). Viele Kinder beschriften jedoch die Pfeile die von rechts kommen plötzlich rückwärts und teilweise noch in Spiegelschrift  - gut, dass ich es relativ schnell gesehen habe ;-)

 

Nach Wiederholung der Zahlzerlegung mit Zahlenhäusern und einer Lernstandskontrolle haben wir uns mit dem Falten beschäftigt. Im Lehrwerk gibt es dazu eine Doppelseite. Das erste Faltobjekt, das Haus haben wir noch gemeinsam gefaltet, danach haben die Kinder nach Anweisungen des Buches gefaltet. Zu jedem Objekt haben wir ein Blatt gestaltet, so bekam die Tulpe einen Stängel und Blätter, das Schwein einen Körper und der Drache ein Schleifchenschwanz, Sonne und Wolken. Jetzt muss ich die Resultate nur noch aufhängen :-).

 

Es gibt immer viel zu tun, wenn wir uns nicht gemeinsam mit einem Thema beschäftigen, arbeiten Kinder individuell im Rechtschreiben 1, im Lies Mal 1 und 2 und im Zahlenfuchs. Einige haben das selbstständige Schreiben für sich entdeckt und füllen die Seiten im Schreibheft.

 

Immer wieder biete ich Schreibblätter in zwei Versionen an – mit und ohne Anlaute. Dabei ist zu beobachten, dass immer mehr Eulen zu den Blättern ohne Anlaute greifen. Das freut mich sehr.

 

Ebenfalls haben wir unsere Knobelaufgabe bearbeitet und uns mit der ersten offenen Aufgabenstellung in Mathematik beschäftigt:

Eine Neuerung gibt es noch im Klassenzimmer, wir haben nun auch fünf „Kopfhörer“ (Gehörschutz). Vorrangig für die Kinder angeschafft, die Konzentrationsprobleme haben, herrscht nach den grellgrünen „Dingern“ eine große Nachfrage, so dass ich gleich noch einmal fünf nachgeordert habe. Die Regel „Mit Kopfhörern darf nicht geredet werden“ wird eingehalten und unsere Stillarbeitsphasen sind viel ruhiger geworden.

 

 

In der kommenden Woche hat das N Geburtstag, wir werden uns mit dem Buch „Vorsicht! Bissiges Wort!“ beschäftigen, im Sachunterricht steht Verkehrserziehung auf dem Plan und in Mathe die Addition im ZR bis 10, dabei werden wir uns auch intensiv mit dem Format „Zahlenmauer“ beschäftigen, einen Wortspeicher anlegen und dabei Fachbegriffe lernen.

 

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Sammlung "Zuhören schulen"

Marion, leider nur Marion, hat mich ganz lieb bei der Sammlung von diversen Möglichkeiten das Zuhören, vor allem mit einer 1.Klasse, zu schulen unterstützt. Ich habe für mich die zusammengekommenen Ideen etwas strukturiert und werde das Blatt laminiert neben meinem Pult liegen haben.

Zudem habe ich eine Kiste mit Susannes Lesespielen (Zaubereinmaleins) im Regal stehen.

 

Meine Zusammenfassung kann man gerne herunterladen. Natürlich ergänze ich die Liste gerne, wenn weitere Ideen vorhanden sind.

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Knobelaufgaben im Mathematikunterricht

Eigentlich standen sie schon vor den Herbstferien in meinem Stoffverteilungsplan, aber die Zeit fehlte, da ich der Zerlegung doch wesentlich mehr Zeit eingeräumt habe, als im Lehrwerk vorgesehen. Nach den Ferien werden wir die Zahlzerlegung im ZR 10 anhand von Zahlenhäusern wiederholen sowie vertiefen und uns auch im täglichen Warm-Up mit links und rechts beschäftigen.

 

Jedoch soll es nach den Herbstferien auch freitags immer Platz, Zeit und Ruhe für eine Knobelaufgabe geben.

 

Weshalb Knobelaufgaben im Mathematikunterricht (vor allem des ersten Schuljahres)?

 

Fangen wir ganz groß an:

Im Rahmen großer, internationaler Schulleistungsstudien zählt das Problemlösen zu den sogenannten Schlüsselqualifikationen, die als fächerübergreifende Fähigkeit betrachtet werden. Die Schüler sollen frühzeitig Methoden des Lernens und des Problemlösens, persönliche Arbeitshaltungen und soziale Kompetenzen kennenlernen, die sie bei der Lösung spezifischer, auch anspruchsvoller Probleme zukunftsfähig nutzen können.

 

Etwas mehr bezogen auf den Mathematikunterricht der Grundschule:

Der Einsatz von Knobel- oder Denkaufgaben ist besonders geeignet um die allgemeinen mathematischen Kompetenzen

  • Problemlösen
  • Kommunizieren
  • Modellieren
  • Darstellen
  • Argumentieren

zu fördern.

 

Mein Ziel ist es, einen Weg aus dem vorwiegend durch Wissenserwerb gekennzeichneten Unterrichtsalltag, der dem in den Bildungsstandards formulierten Bildungsauftrag nicht gerecht wird, zu einem problemlösenden Unterricht zu gelangen, in welchem die Kinder nicht nur erlernte Algorithmen anwenden, sondern selbst Lösungsstrategien entwickeln, anwenden und überprüfen sollen.

 

Knobelaufgaben spielen dabei natürlich nur eine Rolle von vielen anderen Aspekten, aber darum soll es heute ja nicht gehen ;-)

 

Da ich das Rad der Knobelaufgaben nicht erfunden habe, greife ich bei der Auswahl der Aufgaben für meine Lerngruppe auf verschiedene Sammlungen zurück und bringe die Aufgaben dann nur in eine optisch identische Form.

 

Sammlungen, die ich für die Jahrgangsstufe 1  gerne nutze:

 

Gerne berichte ich am nächsten Wochenende von unserer ersten "Knobelstunde" und zeige dann auch meine benutzten Materialien.

 

 

 

 

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Das "Zuhören" schulen ...

Quelle:Pixabay.com

Das Kerncurriculum für den Bereich Deutsch sieht in Hessen explizit den Kompetenzbereich "Zuhören" vor:

 

Am Ende der 4.Klasse sollen die Kinder

 

  • strukturierte Gesprächssequenzen zu vertrauten Themen und Sachverhalten verfolgen,
  • durch gezieltes Nachfragen Verstehen und Nichtverstehen zum Ausdruck bringen,
  • wesentliche Aussagen einfach verständlicher Gesprächsbeiträge wiedergeben.

Etwas genauer findet man diesen Bereich im "Kompetenzstufenmodell zu den Bildungsstandards im Fach Deutsch im Kompetenzbereich "Sprechen und Zuhören" für die Primarstufe" der Kultusministerkonferenz. Hier werden fünf Kompetenzstufen unterschieden, die auch genauer erläutert werden (Link).

 

G**glet man mal "Zuhören lernen", stößt man zunächst auf ganz viele Tipps und Seiten für Erwachsene, scheint ein schwieriges Thema zu sein, wenn auch Erwachsene immer noch Tipps zum Zuhören benötigen :-)

 

G**glen wir dann etwas genauer nach "Zuhören lernen Grundschule", stößt man auf gute Anregungen, Ideen und Unterrichtsmaterialien z.B. von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg.

 

Meiner Erfahrung nach muss die Schulung des Hörens/Zuhörens aber noch viel grundlegender ansetzen, nämlich beim wirklich "körperlichen" Zuhören, welches vielen Kindern heute schwerfällt.

 

Eine ganz tolle Möglichkeit bieten die "Lesespiele" von Susanne aus dem Zaubereinmaleins. Waren diese vor einiger Zeit noch hauptsächlich für "lesende Kinder" ausgerichtet, hat Susanne mittlerweile ganz viele Lesespiele für Nichtleser oder Anfangsleser geschaffen, so dass aufbauend "trainiert" werden kann. Wir üben nun fleißig immer mal wieder zwischendurch mit den Anfangskarten - ich freue mich jedoch schon darauf, wenn die Eulen die "Schweinerei" oder "Komplimente"lesen können, denn dann macht Zuhören erst richtig "Spaß" :-).

 

Nebenbei trainieren wir das "Hören" auch mit verschlossenen Augen und einem Tambourin - von wo kommt der Ton? Beim täglichen Vorlesen und anschließenden Fragen meinerseits zum vorgelesenen Inhalt. Mit dem genauen Nachsprechen von Unsinnwörtern z.B. "Pipaku" usw.

 

Hat jemand noch tolle Zuhör-Übungen im Repertoir, vielleicht können wir sie sammeln?

 

 

 

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Der "Schnippel" ...

Derzeit schaffen es noch nicht alle Eulen ihre Arbeit in der vorgesehenen Zeit zu erledigen, auch wenn diese großzügig bemessen ist. Es gelingt einfach nicht immer, sich auf das Wichtige zu konzentrieren oder überhaupt das Wichtige zu erkennen. Daran müssen wir weiterhin jeden Tag arbeiten und trotzdem bleibt manchmal etwas offen, was auf anderen Wegen erledigt werden muss. Ich lasse den Kindern die Wahl: Arbeit in der nächsten Pause oder zuhause? Für zuhause gibt es dann den "Schnippel", ein bunter Klebepfeil, welcher auf der entsprechenden Seite im Buch oder Arbeitsheft eingeklebt wird, damit sieht man zuhause sofort: Hier muss ich noch etwas arbeiten!

 

Ich frage täglich ab: Möchte morgen jemand während der Pause arbeiten oder braucht für heute einen Schnippel? Die Kinder entscheiden sich bisher immer für den Schnippel.

 

Ein Schnippel kann aber auch bei zurückgegebenen Hausaufgaben auftauchen, wenn z.B. Buchstaben nicht richtig geschrieben sind und mein Radiergummi zum Einsatz kam oder Aufgaben unvollständig sind, was es bisher bei den Eulen noch nicht gab *Applaus*.

 

Nach den Ferien wird es zwar auch noch "Schnippel" geben, aber für die Kinder, die wiederholt Schwierigkeiten hatten mit der angemessenen Zeit umzugehen, werden zur Verstärkung von Konzentration, Zielführung und angemessenem Arbeitsverhalten zusätzlich Verstärkerpläne mit kleinschrittigen Zielen eingeführt.

 

Aber immer gilt: "Schnippel" sind nichts schlimmes, "Schnippel" kann jeder mal bekommen oder wählen und "Schnippel" darf man trotzdem in der Lieblingsfarbe aussuchen.

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Eulalia

Eulalia wird nach den Herbstferien endlich auch mehr als immer nur das Klassenzimmer sehen und damit auch mehr erleben, denn Eulalia darf im Wechsel die Kinder zuhause besuchen und hoffentlich ganz viel erleben.

 

Damit Eulalia schon einmal weiß, wie es ihr ergehen wird, darf sie mich in den Herbstferien in die Bretagne begleiten und wird dort ihr erste "Tagebucherfahrungen" sammeln. Sie muss lernen für Fotos zu posen, ungewohnte Fresserfahrungen zu verarbeiten und zu verschriftlichen und vor allem muss sie sich dem Schreiben stellen, denn bisher behauptet sie immer noch, sie kann das nicht, obwohl sie auch eine Anlauttabelle bekommen hat. Die Ergebnisse dieses Eulalias - Powerworkshop werden die ersten Seiten von Eulalias Tagebuch bilden. Hoffentlich Vorbild und Anreiz für die zukünftigen Seiten :-)

 

So sieht die Eulalia-Wochenendliste aus, sie wird laminiert in der Klasse aufgehängt und eine kleine Eule kann mithilfe von Klett-Klebepunkten immer hinter den Namen des Kindes gefestigt werden, bei welchem Eulalia zu Gast ist.

 

Natürlich baue ich hier auf die Unterstützung der Eltern, aber ohne geht es grundsätzlich in Schule nicht. Hier kann sie (die Unterstützung) aber auch noch richtig Spaß machen: Ein oder zwei witzige "Eulalia - bei uns zuhause - Fotos" und Hilfe beim Verschriftlichen, wenn von den Kindern gewünscht oder benötigt - zumindest am Anfang des Tagesbuches. Gemeinsam schaffen wir hier aber einen authentischen Schreib- und Leseanlass, der alle motiviert und unvergessliche Momente festhält.

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Wochenrückblick

Natürlich haben wir in der letzten Woche nicht nur geschüttelt :-)

 

Das M hatte Geburtstag und bekam einen richtig "fetten" Geburtstagtisch - es ist toll, wie die Kinder sich einbringen! Mal schauen, wie es beim "O" in der kommenden Woche läuft, denn hier gibt es viel weniger mitbringbare Gegenstände.

Meine M-Geschenke waren wirklich ungesund, schmeckten aber hervorragend: Maoam und Marshmellows ;-)

 

Die Stationen des Buchstabenweges laufen wie von alleine, ich verzichte mittlerweile auf Laufkarten und das Anhängen der Stationen an der Tafel. Nervig ist derzeit nur das Hoch- und Runterschleppen der Whiteboards und Scolaflextafeln - da die Adlerklasse noch nicht über solche verfügt.

 

Hier noch einmal ein paar Bilder zur Erarbeitung des M:

Passend zum M haben wir am Freitag das Buch "Mamas Wundertasche" gelesen, angeschaut und viel dazu erzählt.

Ich fragte, ob wir dazu ein eigenes Mamas Wundertaschen - Buch herstellen wollen, was auf absolute Gegenliebe stieß. So werden wir in der kommenden Woche malen und schreiben, was es in Eulenmamas Taschen für Wunder gibt ;-), dabei dürfen die Kinder auch so richtig "etwas zusammenspinnen".

 

Alle haben nun ihr Lapbook zu Jahreszeiten fertiggestellt und präsentieren es stolz:

 

Unser nächstes Thema ist "Der Apfel", das passende Plakat von Daniela hängt schon an der Tafel:

Als Einstieg ins Thema wählte ich die ersten beiden Bildkarten des Kamishibai-Bildkartensatzes zum Thema "Apfel" *, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.

 

Leider bin weder ich, noch die Schule derzeit im Besitz eines Kamishibais, so dass ich die Karten laminiert und mit Magneten versehen habe, so dass sie an der Tafel präsentiert werden können.

 

Entsprechend des Erzählverlaufs werden wir verschiedene Apfelsorten probieren und bewerten, hier kommt dann auch wieder die Mathematik zum Tragen (Strichlisten und Säulendiagramm), Äpfel betrachten (innen und außen), einen Apfel von innen zeichnen und beschriften, Apfelwörter sammeln, einen Apfelbaum im Jahreskreis betrachten und entprechende Texte zuordnen, Apfelkerne einpflanzen bzw. einsäen u.a.

 

Alle Ergebnisse werden wir dieses Mal in einem Apfelbuch sammeln, welches ich aus verschiedenen Vorlagen (z.B. Susannes Apfelbuch aus dem zaubereinmaleins und Marions Apfelbuch) zusammengestellt bzw. mit eigenen Seiten ergänzt habe. Gerade bei Sachunterrichtsthemen finde ich es wichtig, den Kindern von Anfang an verschiedene Präsentationsvarianten zu zeigen bzw. an die Hand zugeben: Lapbook, Buch, Plakat, Triorama, Lernkiste usw. So können sie ab der 2.Klasse

eigene Themen besser vorbereiten und präsentieren.

 

* Dies ist kein affiliate Link. Ich habe die Karten normal erworben und kann sie guten Gewissens auch weiterempfehlen ohne daran zwangsläufig etwas zu verdienen ;-), vor allem nicht für eine Verlinkung!

 

Kunst hatten wir diese Woche auch, aber nicht bei Frau Strouhal, sondern spannenderweise bei zwei Lehrerinnen, die wir sonst gar nicht genießen dürfen: Frau Schildbach und Frau Jesse, denn diese beiden haben Frau Strouhal freundlicherweise vertreten, damit sie die UBs ihres LIVs verfolgen konnte :-). Zu Deutsch: Frau Strouhal durfte bei zwei Stunden von Herrn Margraf und der anschließenden Besprechung dabei sein. Dies war besonders wichtig, da es die letzten Stunden vor der Prüfung waren.

 

Fotos von den entstandenen "Apfel-Werken" kommen daher auch erst in der nächsten Woche :-)

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Geschüttelt ...

nicht gerührt :-)

 

Diese Woche haben wir uns intensiv mit Zahlzerlegungen beschäftigt: wir haben geschüttelt mit den Schüttelboxen, wir haben Muggelsteine gelegt, wir haben gemalt und Zerlegungen aufgeschrieben und dabei das "Plus-Zeichen" kennengelernt.

 

Etwas irritiert war ich dann von einer Aufgabe im Werk "Denken und Rechnen", explizit auf Seite 21, Aufgabe Nr. 2. In der Überschrift steht "Forschen" und die Kinder sollen mit Hilfe einer Schüttelbox möglichst viele Zerlegungen der 10 finden. Soweit so gut :-) - das kriegen wir hin!

Im Lehrerkommentar steht jedoch, das dabei ein systematisches Vorgehen besprochen werden soll. z.B. die Strategie des gegenseitigen Veränderns.

 

Hm, "Forschen" und gleichzeitige Vorgabe der Strategie - wo bleiben dabei die mathematischen Entdeckungen der Kinder? "Das mag ich nicht!", war meine erste Reaktion und so habe ich die Kinder mit dieser Aufgabe und der Schüttelbox allein gelassen. Entsprechend breit waren die Ergebnisse: Es gab Kinder, die ohne Schüttelbox alle elf Möglichkeiten der Zerlegung gefunden haben, andere haben mit der Schüttelbox gekämpft und die Köpfe rauchten förmlich und elf Möglichkeiten wurden gefunden. Aber natürlich gab es auch Kinder, die nur fünf Möglichkeiten gefunden haben, weil die "blöde Schüttelbox" einfach keine neuen Möglichkeiten hergab. Ich finde das Ergebnis aber im Rahmen der Aufgabe durchaus in Ordnung.

 

Wie komme ich nun zum systematischen Vorgehen? Dazu habe ich für die nächste Stunde entsprechendes Tafelmaterial vorbereitet. 11 Schüttelboxen, die entsprechenden Zeichenketten (z.B. 6 + 4) und Zehnerfelder mit blauen und grünen Feldern (die Farben entsprechen unseren verwendeten Glasmuggelsteinen).

 

Nun ging es daran unsere gefundenen Möglichkeiten, die ja im Mathebuch notiert wurden, in den von mir vorbereiteten Schüttelboxen wiederzufinden. Das gelang relativ schnell und so wanderte eine Tafelbild-Schüttelbox nach der anderen in die Mitte der Tafel - natürlich unsortiert ;-) und da hingen sie nun: 11 Tafelbild-Schüttelboxen, die die Zerlegung der 10 zeigen.

 

"Ist ja alles ziemlich durcheinander. Hat jemand eine Idee die Bilder zu sortieren?" E. hat, meldet sich und E. soll einfach einmal anfangen. E. greift schnell zur Schüttelbox (1+9), stoppt dann aber und stellt sich selbst laut die Frage, ob sie nicht lieber mit (0+10) anfangen soll. Fragender Blick zu mir ... Schulter zucken meinerseits ... "Was glaubst du, was sinnvoller ist?" E. greift nach kurzem Überlegen zur 0+10 und sortiert dann weiter:

 

0 + 10

1 + 9

2 + 8

3 + 7

 

"Hehe, toll gemacht! - Wer kann die nächste Schüttelbox aufhängen?" Es scheint nicht schwer zu sein, denn jeder will einmal. Hier ist die kleine Lerngruppe natürlich von Vorteil, alle können einbezogen werden und immer wieder am Tafelbild mitarbeiten. Wer trotzdem gar nicht weiterkommt, darf sich ein Helferkind holen, welches unterstützt, aber nicht aufhängt ;-).

Schließlich hängen alle vorbereiteten Schüttelboxen in einer sinnvollen Reihenfolge. Nun die passenden Zeichenketten bzw. Aufgaben dazu: hier muss man auf rechts und links achten und darf diese nur aufhängen, wenn korrekt gesprochen wurde: 6 plus 4, nicht 6 und 4. Da bleibe ich hart :-)

 

Fertig, sieht das Tafelbild schon richtig gut aus. Aber haben die Kinder auch verstanden, wie sortiert wurde? P. findet auf Anhieb die richtige Erklärung: Auf der einen Seite wird es immer eins mehr, auf der anderen Seite immer eins weniger. Bingo! Um Valessa zu zitieren: "Das Lehrerherze hüpfet!" - aber P. legt noch eine Schippe drauf: "Das muss so sein, weil es ja immer 10 bleiben!" - Da schlägt das Lehrerherz doch glatt Purzelbäume!

 

Damit unser Tafelbild vollständig wird, hefte ich nun die zweifarbigen Zehnerfelder durcheinander an die Seitentafel - diese müssen ebenfalls noch zugeordnet werden. Sieht auch einfach aus, aber auch hier muss rechts und links beachtet werden und dazu noch die richtigen Farben - ist also schwieriger als gedacht.

 

Als alles hängt, frage ich, bei welcher Darstellung man die Zahlzerlegung besser erkennen kann: Schüttelbox oder Zehnerfeld? Na, das ist einfach! Bei der Abstimmung gewinnt das Zehnerfeld 11 : 2, damit packen wir die Schüttelboxen ein, wir sind darüber hinausgewachsen!

 

Der nächste Schritt ist das Bearbeiten unseres "Zahlenfreunde-Heftes", welches die Zerlegungen der Zahlen 3 bis 10 beinhaltet und Grundlage der häuslichen Übungen zu den Zahlzerlegungen wird. Denn nach dem Verstehen folgt die Übung und letztendlich Automatisierung aller Zerlegungen. Ein Elternbrief folgt in der kommenden Woche dazu.

 

Die Idee der "Zahlenfreunde" stammt von Elli aus den Kommentaren, dickes Danke dafür!

 

Das Fotografieren dieser spannenden Sequenz habe ich ganz vergessen, ich kann nur Fotos vorher und nachher zeigen :-)

 

Mein Tafelmaterial als auch das Zahlenfreundeheft lade ich hoch, vielleicht kann es jemand gebrauchen.

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Sowohl das Tafelmaterial als auch das Zahlenfreunde-Heft ist mit dem worksheet crafter erstellt und das Heft mit den Zahlen von Nicole Trapp/Frau Locke.

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